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Frau im Schneidersitz mit Wärmeflasche am Bauch

Reizdarm, Bauchbeschwerden & Gehirn

Reizdarmsyndrom – was Ihr Gehirn mit Ihrem Reizdarm zu tun hat

Viele Menschen leiden unter Bauchschmerzen, Blähungen, Durchfall oder Verstopfung, obwohl medizinische Untersuchungen keine eindeutige Ursache zeigen. Moderne neurowissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, welche Rolle das Gehirn bei der Entstehung und Aufrechterhaltung eines Reizdarmsyndroms spielen kann.
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Orientierung

Was Sie auf dieser Seite erwartet:

Reizdarmsyndrom besser verstehen

Erfahren Sie, warum Reizdarmsymptome häufig nicht allein durch den Darm erklärt werden können und welche Erkenntnisse die moderne Forschung heute liefert.

Untersuchungsbefunde richtig einordnen

Viele Betroffene erhalten trotz umfangreicher Untersuchungen keine eindeutige Erklärung für ihre Beschwerden. Sie erfahren, weshalb unauffällige Befunde und starke Symptome kein Widerspruch sind.

Die Rolle des Gehirns

Lernen Sie, welche Rolle das Gehirn bei der Entstehung und Aufrechterhaltung eines Reizdarmsyndroms spielt und weshalb Stress, Emotionen und gelernte Reaktionsmuster Ihre Beschwerden beeinflussen können.

Moderne Behandlungsmöglichkeiten

Sie erhalten einen Einblick in evidenzbasierte Ansätze der Mind-Body-Medizin und erfahren, wie aktuelle neurowissenschaftliche Erkenntnisse dabei helfen können, Reizdarmsymptome besser zu verstehen und gezielt zu beeinflussen.

Warum Ihr Bauch immer wieder schmerzt

Das Reizdarmsyndrom (IBS) gehört zu den häufigsten funktionellen Magen-Darm-Erkrankungen weltweit. Betroffene erleben wiederkehrende Bauchschmerzen, Blähungen, Durchfall, Verstopfung oder wechselnden Stuhlgang und häufig das belastende Gefühl, den Darm nicht vollständig entleeren zu können. Trotz zahlreicher ärztlicher Untersuchungen bleiben die Beschwerden oft bestehen und schränken das soziale, berufliche und private Leben erheblich ein.

In Deutschland leiden schätzungsweise 10 bis 15 % der Erwachsenen unter Reizdarmsymptomen, die ihre Lebensqualität deutlich beeinträchtigen. Viele Betroffene haben bereits verschiedene Ernährungsformen ausprobiert, Medikamente eingenommen oder zahlreiche Untersuchungen hinter sich – und fühlen sich dennoch mit ihren Beschwerden allein gelassen. Die Symptome sind real. Moderne Forschung zeigt jedoch, dass ihre Ursache häufig nicht in einer strukturellen Erkrankung des Darms liegt, sondern in Prozessen der Schmerz- und Symptomverarbeitung im Gehirn.

Vielleicht erkennen Sie sich hier wieder

  • Sie leiden unter wiederkehrenden Bauchschmerzen, Blähungen oder Verdauungsbeschwerden.

  • Darmspiegelung oder andere Untersuchungen konnten Ihre Beschwerden nicht eindeutig erklären.

  • Medikamente oder Ernährungsumstellungen helfen nur kurzfristig oder gar nicht.

  • Stress oder emotionale Belastungen scheinen Ihre Beschwerden zu verstärken.

  • Sie möchten die Ursachen Ihres Reizdarms besser verstehen.

  • Sie suchen nach einem wissenschaftlich fundierten Behandlungsansatz.

Mann in weißem Hemd hält Hand auf Bauch
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Warum medizinische Untersuchungen oft keine Ursache zeigen

Viele Menschen mit einem Reizdarmsyndrom hoffen, dass eine Darmspiegelung, Laboruntersuchungen oder andere medizinische Tests die Ursache ihrer Beschwerden eindeutig nachweisen. Doch häufig zeigen die Untersuchungen keine strukturellen Veränderungen oder Erkrankungen, die die Intensität der Symptome ausreichend erklären können. Ähnlich wie bei chronischen Rückenschmerzen liefern auch normale Darmbewegungen, geringe Entzündungen oder Muskelkontraktionen oft keine vollständige Erklärung für die Beschwerden.

Moderne Forschung zeigt, dass das Gehirn eine entscheidende Rolle bei der Entstehung und Aufrechterhaltung eines Reizdarmsyndroms spielen kann. Studien belegen, dass Stress, unterdrückte Emotionen oder belastende Lebenserfahrungen die Wahrnehmung von Bauchbeschwerden verstärken können. Wenn medizinische Untersuchungen keine eindeutige Ursache zeigen oder bisherige Therapien nicht den gewünschten Erfolg bringen, lohnt sich deshalb ein Blick auf die Prozesse im Gehirn.

Schematische Darstellung eines Gehirns mit Frauenkopf

Welche Rolle spielt das Gehirn?

Moderne neurowissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, dass Reizdarmsymptome häufig durch neuroplastische Prozesse im Gehirn beeinflusst werden. Das Gehirn kann über die Zeit lernen, harmlose Signale aus dem Darm als Schmerz, Krämpfe oder Unwohlsein zu interpretieren. Gleichzeitig werden diese Signale verstärkt verarbeitet, sodass sie als besonders belastend empfunden werden.

Dadurch können Beschwerden bestehen bleiben, obwohl keine strukturelle Erkrankung des Darms vorliegt. Viele Betroffene berichten, dass ihre Symptome unabhängig von bestimmten Lebensmitteln oder anderen äußeren Einflüssen auftreten – ein Hinweis darauf, dass das Gehirn eine zentrale Rolle bei der Symptomverarbeitung spielt.

Was kann Reizdarmsymptome verstärken?

  • Langanhaltender Stress und hoher Leistungsdruck

  • Emotionale Belastungen oder unverarbeitete Konflikte

  • Perfektionismus und hohe Selbstansprüche

  • Angst vor den Beschwerden oder Vermeidungsverhalten

  • Ein bereits sensibilisiertes Gehirn, das harmlose Signale verstärkt wahrnimmt

Stress, Perfektionismus und Leistungsdruck

Studien zeigen, dass Menschen mit einem Reizdarmsyndrom häufig besonders verantwortungsbewusst, leistungsorientiert und selbstkritisch sind. Chronischer Stress und ein hoher innerer Druck können dazu beitragen, dass das Gehirn normale Signale aus dem Darm als bedrohlich bewertet und die Beschwerden verstärkt.

Das erklärt auch, warum Reizdarmsymptome häufig unabhängig von der Ernährung auftreten und sich in belastenden Lebensphasen verschlimmern können. Das bedeutet nicht, dass die Beschwerden „psychisch“ oder eingebildet sind – sie sind real. Moderne Forschung zeigt jedoch, dass das Gehirn einen wesentlichen Einfluss darauf hat, wie stark diese Signale wahrgenommen werden.

Evidenzbasierte Forschung

Die moderne Forschung zeigt, dass das Gehirn eine entscheidende Rolle bei der Entstehung und Aufrechterhaltung eines Reizdarmsyndroms spielen kann.

Howard Schubiner beschreibt funktionelle Beschwerden wie das Reizdarmsyndrom als Symptome, die nicht durch eine strukturelle Erkrankung des Darms entstehen, sondern durch Prozesse im Gehirn erzeugt oder verstärkt werden können. Auch David Clarke betont, dass diese Beschwerden körperlich real und belastend sind, ihre Ursache jedoch häufig in neuroplastischen Prozessen des Gehirns liegt.

Yoni Ashar und Alan Gordon entwickelten mit der Pain Reprocessing Therapy (PRT) einen wissenschaftlich untersuchten Behandlungsansatz für chronische Schmerzen. Neurowissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, dass das Gehirn lernen kann, körperliche Signale neu zu bewerten. Diese Prinzipien lassen sich auch auf das Reizdarmsyndrom übertragen. Studien zeigen, dass Patient:innen, die ihre Beschwerden als neuroplastische Prozesse verstehen, häufig über eine deutliche Reduktion ihrer Symptome berichten.

Auch Lumley und Abbass konnten nachweisen, dass die Verarbeitung unterdrückter Emotionen Bauchbeschwerden deutlich lindern kann. Das Gehirn „vergisst“ gelernte Schmerz- und Angstmuster nicht automatisch – es besitzt jedoch die Fähigkeit, neue und gesündere Reaktionsmuster zu erlernen.

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Was bedeutet das für Sie?

Wenn ein Reizdarmsyndrom nicht ausschließlich durch eine Erkrankung des Darms erklärt werden kann, eröffnet das eine wichtige Perspektive:

Das Gehirn ist lernfähig und veränderbar.

Genau hier setzt die Mind-Body-Medizin an. Sie betrachtet Beschwerden nicht isoliert als Problem des Darms, sondern berücksichtigt die Wechselwirkungen zwischen Gehirn, Stress, Emotionen, Erfahrungen und der Verarbeitung körperlicher Signale.

Das Ziel ist nicht, Beschwerden „wegzudenken“. Vielmehr geht es darum, die Mechanismen hinter den Symptomen besser zu verstehen und dem Gehirn neue, gesündere Verarbeitungsmuster zu ermöglichen.

Viele Betroffene gewinnen dadurch wieder Vertrauen in ihren Körper, erleben mehr Lebensqualität und berichten von einer deutlichen Verringerung ihrer Beschwerden – bis hin zu einer weitgehenden oder vollständigen Beschwerdefreiheit.

Ihre Begleitung

Dr. Susanne Schröder

Ich begleite Menschen mit chronischen Beschwerden auf Basis moderner Erkenntnisse aus Neurowissenschaft, Schmerzmedizin und Mind-Body-Medizin.

Im Mittelpunkt steht dabei nicht nur der Schmerz selbst, sondern das Verständnis der Prozesse, die chronische Beschwerden im Gehirn und damit im Nervensystem aufrechterhalten können.

Ziel ist es, Zusammenhänge verständlich zu machen, Sicherheit zurückzugeben und individuelle Wege aufzuzeigen, wie chronische Schmerzen und Symptome positiv beeinflusst werden können.

Dr. Susanne Schröder

Dr. med. Susanne Schröder

Fachärztin für Anästhesie
Mind-Body-Medizin
Naturheilverfahren

Wie ich behandle

Reizdarmsyndrom "verlernen" – geht das?

SCHRITT

01

Verstehen

Analyse Ihrer Beschwerden und möglicher Zusammenhänge zwischen Gehirn, Nervensystem, Stress und Schmerzverarbeitung.

SCHRITT

02

Einordnen

Verständliche Erklärung der Prozesse im Gehirn und Nervensystem.

SCHRITT

03

Verändern

Individuelle Strategien zur nachhaltigen Schmerzreduktion mithilfe evidenzbasierter Techniken der Mind-Body-Medizin.

Was Sie erwartet

15-minütiges Informationsgespräch bei Bedarf

Es besteht die Möglichkeit eines kurzen Informationsgesprächs in der Praxis oder als Videosprechstunde zur ersten Orientierung.

Individuelle Einschätzung Ihrer Beschwerden

Die Behandlung orientiert sich an Ihrer persönlichen Situation und berücksichtigt sowohl körperliche als auch nervensystembezogene Faktoren.

Erstgespräch (60 Minuten)

Im Erstgespräch werden Ihre Beschwerden, der bisherige Krankheitsverlauf sowie mögliche Zusammenhänge ausführlich betrachtet. Es erfolgt eine detaillierte medizinische Einordnung der Beschwerden.

Begleitung über mehrere Termine

Chronische Beschwerden entwickeln sich meist über längere Zeit. Ziel der Begleitung ist es, Prozesse verständlich zu machen und nachhaltige Veränderungen zu unterstützen. Der Zeitraum ist hierbei individuell sehr unterschiedlich und wird von Ihnen mit gestaltet.

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Aktuelle Forschungsergebnisse nutzen, um Schmerzen/Symptomen anders zu begegnen 

Möchten Sie Ihr Reizdarmsyndrom besser verstehen und neue Wege im Umgang mit Symptomen entdecken?

Dann vereinbaren Sie gerne ein Erstgespräch.

Fragen & Antworten

Literaturauswahl (Auszug)

  1. Lumley MA, Schubiner H. Emotional Awareness and Expression Therapy for Somatic Symptoms. Current Rheumatology Reports, 2019.

  2. Abbass A. Reaching through the body: Short-term dynamic psychotherapy for somatic symptom disorders. Harvard Review of Psychiatry, 2015.

  3. Schubiner H. Unlearn Your Pain. 2015.

  4. Clarke D. They Can’t Find Anything Wrong! 2010.

  5. Ashar YK, Gordon A, Schubiner H et al. Pain Reprocessing Therapy vs Placebo and Usual Care. JAMA Psychiatry, 2022.

  6. Hewitt PL, Flett GL. Perfectionism and psychopathology. Clinical Psychology Review, 1991.

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