
Chronische Schmerzen & Gehirn
Migräne und chronische Kopfschmerzen - wie das Gehirn den Schmerz steuert
Viele Menschen leiden unter Migräne oder chronischen Kopfschmerzen, obwohl Untersuchungen keine eindeutige Ursache zeigen. Moderne neurowissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, welche Rolle das Gehirn bei der Entstehung und Aufrechterhaltung chronischer Schmerzen spielen kann.

Orientierung
Was Sie auf dieser Seite erwartet:
Migräne und chronische Kopfschmerzen besser verstehen
Erfahren Sie, warum Migräne und chronische Kopfschmerzen häufig nicht allein durch strukturelle Veränderungen erklärt werden können und welche Erkenntnisse die moderne Schmerzforschung heute liefert.
MRT- und CT-Befunde richtig einordnen
Bildgebende Verfahren sind wichtig, erklären jedoch häufig nicht, warum Beschwerden bestehen bleiben. Sie erfahren, weshalb unauffällige Befunde und starke Schmerzen kein Widerspruch sind.
Die Rolle des Gehirns
Lernen Sie, welche Rolle das Gehirn bei der Entstehung und Aufrechterhaltung chronischer Kopfschmerzen spielt und weshalb Stress, Angst und das Schmerzgedächtnis diese Prozesse beeinflussen können.
Moderne Behandlungsmöglichkeiten
Sie erhalten einen Einblick in evidenzbasierte Ansätze der Mind-Body-Medizin und erfahren, wie aktuelle neurowissenschaftliche Erkenntnisse dabei helfen können, chronische Beschwerden besser zu verstehen und gezielt zu beeinflussen.
Warum Migräne und chronische Kopfschmerzen häufig bestehen bleiben
Migräne und chronische Kopfschmerzen gehören zu den häufigsten neurologischen Erkrankungen weltweit. In Deutschland leiden etwa 10 % der Bevölkerung an chronischer Migräne, definiert als mindestens 15 Kopfschmerztage pro Monat, während episodische Migräne deutlich häufiger auftritt. Trotz verbesserter Diagnostik, moderner Therapieoptionen und wachsendem neurowissenschaftlichen Verständnis nehmen die Beschwerden bei vielen Menschen weiter zu. Dies deutet darauf hin, dass die Schmerzen nicht allein durch Gefäßveränderungen oder strukturelle Ursachen erklärt werden können.
Die Beschwerden wirken sich häufig erheblich auf die Lebensqualität aus. Viele Betroffene berichten über Schlafstörungen, eingeschränkte Leistungsfähigkeit, soziale Einschränkungen und Schwierigkeiten, ihren Alltag selbstständig zu bewältigen.
Moderne neurowissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, dass das Gehirn bei der Entstehung und Aufrechterhaltung chronischer Kopfschmerzen eine zentrale Rolle spielt. Genau hier setzt das heutige Verständnis chronischer Schmerzen an.
Kommen Ihnen einer oder mehrere dieser Punkte bekannt vor?
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Sie leiden regelmäßig unter Migräne oder chronischen Kopfschmerzen.
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MRT oder CT konnten Ihre Beschwerden nicht eindeutig erklären.
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Medikamente helfen nur kurzfristig oder verlieren mit der Zeit ihre Wirkung.
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Stress oder emotionale Belastungen scheinen Ihre Beschwerden zu verstärken.
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Sie möchten die Ursachen Ihrer Schmerzen besser verstehen.
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Sie suchen nach einem wissenschaftlich fundierten Behandlungsansatz.
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Warum MRT und CT häufig keine Ursache zeigen
Viele Betroffene hoffen, dass ein MRT oder eine Computertomografie die Ursache ihrer Migräne oder chronischen Kopfschmerzen sichtbar macht. Studien zeigen jedoch, dass strukturelle Auffälligkeiten oder Gefäßveränderungen nur selten mit den tatsächlichen Schmerzepisoden zusammenhängen. Funktionelle Auffälligkeiten im Gehirn lassen sich auch bei Menschen nachweisen, die keinerlei Beschwerden haben. Gleichzeitig entwickeln manche Menschen chronische Kopfschmerzen, obwohl ihre Bildgebung unauffällig ist.
Langzeituntersuchungen zeigen außerdem, dass Bildbefunde nicht vorhersagen können, wer chronische Kopfschmerzen entwickelt. Dieses Wissen verdeutlicht, dass klassische bildgebende Verfahren die zentrale Rolle des Gehirns bei der Schmerzentstehung nicht vollständig erfassen.

Welche Rolle spielt das Gehirn?
Neurowissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass chronische Kopfschmerzen überwiegend durch zentrale Prozesse im Gehirn aufrechterhalten werden. Wiederholte Schmerzepisoden verändern neuronale Netzwerke dauerhaft. Dadurch entsteht eine erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Reizen – das Gehirn reagiert über und interpretiert normale Signale zunehmend als Schmerz. Gleichzeitig entwickelt sich ein Schmerzgedächtnis, das Beschwerden auch ohne einen aktuellen körperlichen Auslöser aufrechterhalten kann.
Stress, Angst, negative Erwartungen oder belastende Lebenserfahrungen können diese Prozesse zusätzlich verstärken. Aus heutiger neurowissenschaftlicher Sicht sind diese Faktoren keine bloßen Begleiterscheinungen, sondern beeinflussen aktiv die Verarbeitung von Schmerzen im Gehirn und können zur Chronifizierung beitragen.
Was kann chronische Kopfschmerzen verstärken?
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Dauerhafter Stress und hohe innere Anspannung
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Angst vor der nächsten Schmerzepisode
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Negative Erwartungen und Sorgen
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Schlafmangel oder fehlende Erholung
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Emotionale Belastungen oder traumatische Erfahrungen
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Ein bereits ausgeprägtes Schmerzgedächtnis
Evidenzbasierte Forschung
Die moderne Schmerzforschung zeigt, dass das Gehirn bei chronischen Kopfschmerzen eine zentrale Rolle spielt.
Die Pain Reprocessing Therapy (PRT) von Ashar und Gordon vermittelt Patienten, dass ihre Schmerzen durch zentrale Prozesse im Gehirn entstehen und aufrechterhalten werden können. Randomisierte Studien zeigen, dass viele Teilnehmende durch diese Therapie von einer deutlichen Reduktion ihrer Schmerzen profitierten. Langzeituntersuchungen bestätigten, dass diese Verbesserungen über einen längeren Zeitraum bestehen bleiben können.
Weitere Arbeiten von Lumley und Schubiner verdeutlichen, dass emotionale Faktoren und Stressregulation die Schmerzverarbeitung im Gehirn beeinflussen. Moseley konnte zeigen, dass ein besseres Verständnis der Schmerzmechanismen und gezieltes Training dazu beitragen können, neuronale Netzwerke positiv zu verändern und Schmerzen zu reduzieren.
Diese Erkenntnisse unterstreichen, dass chronische Kopfschmerzen nicht ausschließlich durch strukturelle Veränderungen erklärt werden können. Das Gehirn spielt bei der Entstehung und Aufrechterhaltung der Beschwerden eine entscheidende Rolle.

Was bedeutet das für Sie?
Wenn Migräne oder chronische Kopfschmerzen nicht ausschließlich durch strukturelle Veränderungen erklärt werden können, eröffnet das eine wichtige Perspektive:
Das Gehirn ist lernfähig und veränderbar.
Genau hier setzt die Mind-Body-Medizin an. Sie betrachtet chronische Schmerzen nicht ausschließlich als Folge körperlicher Veränderungen, sondern berücksichtigt auch die Wechselwirkungen zwischen Gehirn, Stress, Emotionen, Erfahrungen und Schmerzverarbeitung.
Das Ziel ist nicht, Schmerzen „wegzudenken“. Es geht darum, die Mechanismen hinter chronischen Beschwerden besser zu verstehen und dem Gehirn neue, gesündere Verarbeitungsmuster zu ermöglichen.
Viele Betroffene gewinnen dadurch wieder Vertrauen in ihren Körper, erleben mehr Lebensqualität und berichten von einer deutlichen Verringerung ihrer Beschwerden – in manchen Fällen sogar bis hin zu einer vollständigen Beschwerdefreiheit.
Ihre Begleitung
Dr. Susanne Schröder
Ich begleite Menschen mit chronischen Beschwerden auf Basis moderner Erkenntnisse aus Neurowissenschaft, Schmerzmedizin und Mind-Body-Medizin.
Im Mittelpunkt steht dabei nicht nur der Schmerz selbst, sondern das Verständnis der Prozesse, die chronische Beschwerden im Gehirn und damit im Nervensystem aufrechterhalten können.
Ziel ist es, Zusammenhänge verständlich zu machen, Sicherheit zurückzugeben und individuelle Wege aufzuzeigen, wie chronische Schmerzen und Symptome positiv beeinflusst werden können.

Dr. med. Susanne Schröder
Fachärztin für Anästhesie
Mind-Body-Medizin
Naturheilverfahren
Wie ich behandle
Migräne und chronische Kopfschmerzen "verlernen" – geht das?
SCHRITT
01
Verstehen
Analyse Ihrer Beschwerden und möglicher Zusammenhänge zwischen Gehirn, Nervensystem, Stress und Schmerzverarbeitung.
SCHRITT
02
Einordnen
Verständliche Erklärung der Prozesse im Gehirn und Nervensystem.
SCHRITT
03
Verändern
Individuelle Strategien zur nachhaltigen Schmerzreduktion mithilfe evidenzbasierter Techniken der Mind-Body-Medizin.
Was Sie erwartet
15-minütiges Informationsgespräch bei Bedarf
Es besteht die Möglichkeit eines kurzen Informationsgesprächs in der Praxis oder als Videosprechstunde zur ersten Orientierung.
Individuelle Einschätzung Ihrer Beschwerden
Die Behandlung orientiert sich an Ihrer persönlichen Situation und berücksichtigt sowohl körperliche als auch nervensystembezogene Faktoren.
Erstgespräch (60 Minuten)
Im Erstgespräch werden Ihre Beschwerden, der bisherige Krankheitsverlauf sowie mögliche Zusammenhänge ausführlich betrachtet. Es erfolgt eine detaillierte medizinische Einordnung der Beschwerden.
Begleitung über mehrere Termine
Chronische Beschwerden entwickeln sich meist über längere Zeit. Ziel der Begleitung ist es, Prozesse verständlich zu machen und nachhaltige Veränderungen zu unterstützen. Der Zeitraum ist hierbei individuell sehr unterschiedlich und wird von Ihnen mit gestaltet.

Literaturauswahl (Auszug)
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Schubiner H, Gordon A. Unlearn Your Pain. 2016.
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Ashar YK, Gordon A, Schubiner H et al. Pain Reprocessing Therapy vs Placebo and Usual Care. JAMA Psychiatry, 2022.
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Clarke D et al. Primary chronic pain: central nervous system mechanisms. Pain Reports, 2019.
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Lumley MA, Schubiner H. Emotional awareness and somatic awareness in chronic pain. J Psychosom Res, 2019.
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Moseley GL. Reconceptionalising pain: a biopsychosocial approach. Curr Opin Support Palliat Care, 2021.
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WHO. Migraine and Headache Disorders Fact Sheet, 2023.
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RKI. Gesundheit in Deutschland 2022: Migräne und Kopfschmerzen.